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rd. "Bei uns sind Personen aus allen Bevölkerungs- und Altersschichten aktiv", betont Walter Imhof, zuständig für Medienarbeit beim Verein Alternativer Zeittausch Winterthur ("Vazyt"). Auch wenn das Wort "alternativ" im Namen vorkomme, sei es keine alternative Bewegung, sondern eine neue Variante, wie sich Mitmenschen gegenseitig unterstützen können, ohne gleich jedesmal Arbeit und Waren mit Geld aufzuwiegen.
Die Palette möglichst breit halten
Auch Richard Züsli, der das Projekt vor zwei Jahren initiiert hatte, betont die breite Abstützung des Vereins: "Wir sind offen für alle Personen und alle Angebote. Wir möchten die Palette möglichst breit halten." Ursprünglich wurde die Idee im Zusammenhang mit dem Aufbau der Stelle für Altersarbeit in Winterthur lanciert. "Wir waren auf der Suche nach einem Modell für Sozialzeit. Und es hat sich gezeigt, dass der Zeittausch diesbezüglich eine gangbare Lösung wäre."
Die Idee war simpel, ähnliche Modelle gibt es schon in anderen Städten im In- und Ausland: Wer Zeit hat, stellt diese anderen zur Verfügung und erhält dafür eine Zeitgutschrift. Dafür kann er wiederum die Dienste anderer in Anspruch nehmen. Jedes Mitglied des Vereins erhält eine Tauschkarte, auf der bezogene und geleistete Stunden eingetragen werden.
"Tausche Gartenarbeit gegen Englischlektion"
Die Idee scheint Schule zu machen: Ausgehend von den 20 Gründungsmitgliedern vor zwei Jahren ist der Verein bei heute über 150 Personen angelangt. Theoretisch wären unter diesen über 10 000 verschiedene Tauschbeziehungen möglich, erklärt Unternehmensberater Züsli.
Die Angebote und Nachfragen werden in der Mitgliederzeitung publiziert. Dort stehen praktische Hilfen in Garten und Haushalt neben exotischen Angeboten wie Unterricht auf einer irischen Rahmentrommel oder das gemeinsame Formen eines Ritualgegenstandes. Computer-Einführung neben einer Velotour ins Tösstal. Gesucht werden aber auch Personen zum Diskutieren, Spielen oder gemeinsamen Essen.
"Das Schöne ist, dass die Zeit meist im Verhältnis eins zu eins getauscht wird", erklärt Imhof. Zwar hätten die Mitglieder die Möglichkeit, das Verhältnis auf bis zu eins zu zwei auszudehnen. Doch davon wird praktisch nie Gebrauch gemacht.
Es gibt keine minderwertige Arbeit: Einem Steuerberater, der keine Hemden bügeln kann, ist eine Stunde Bügeln genauso viel wert wie eine Stunde Beratung. Zum Beispiel. Der Tausch unter den Mitgliedern funktioniert autonom: Das Büro führt nur die Mitgliederkartei, kontrolliert die Tauschkarten wo nötig und gibt die "Vazytig" heraus, in der die Inserate der Mitglieder erscheinen. Finanziert wird das Büro aus den Mitgliederbeiträgen von 25 Franken pro Jahr. Zudem steht noch ein Teil des städtischen Starthilfebeitrages zur Verfügung.
Es entstand eine Eigendynamik
Richard Züsli, der in Cham wohnt, ist an der Generalversammlung vor wenigen Tagen aus dem Vorstand des Vereins zurückgetreten. Bereits vor zwei Jahren hat er sein Mandat für die Stelle für Altersarbeit beendet. Nun kann er auch den "Vazyt" abgeben: "Das ursprüngliche Ziel ist erreicht. Jetzt ist der Verein gross genug, um Eigendynamik zu entwickeln", erklärt er seinen Rücktritt.
Als Mitglied wird er weiterhin dabeisein: Erst kürzlich liess er sich von einem Mitglied Klavier-Fingersätze schreiben und erhielt von einem anderen das Angebot, seine Ferienwohnung im Jura zu benützen. "Kostenpunkt": Er muss drei Stunden Zeit pro Tag Wohnungs-"Miete" abgeben.
Die Idee fasziniert ihn noch immer: "Es wird hier ein neuer Markt
geschaffen. Zudem entstehen soziale Kontakte mit Menschen, die man
sonst nie kennengelernt hätte."
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